Alltägliches von und mit dem freien Betriebssystem…
Irgendwie startete mein System heute zufällig (!) mit eingelegter Gutsy-Installations-CD, wollte das eigentlich erst später mal versuchen und dieses Jahr abwarten und keine Vorversion installieren – es sollte eben einfach nicht sein. Nachdem sich der kleine Laptop (immernoch mein alter FSC Amilo 1425) mit dem Laden der Boot-CD so abgemüht hatte war der Klick auf das ‘Install’-Icon auf dem Desktop (der erstmals auch die korrekte Bildschirmauflösung 1200×800 benutzt) der kürzere und angenehmere Weg. Hier jetzt also ein kleiner, zusammengestöpselter (teilw. live, teilw. am Abend geschrieben) Erfahrungsbericht zum ersten Tag mit Ubuntu Gutsy
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Live-CD downloaden, brennen, einlegen (einige Tage zuvor) und ein Reboot (hier eben die CD im Laufwerk vergessen) – verläuft hier reibungslos, Partitionierung nach Wahl ist möglich, zur Sicherheit habe ich Gutsy mal auf eine eigene Partition gepackt um die laufende Feisty-Installation nicht zu gefährden. Mein normaler Ablauf bei neuer Betaversion ist die Installation inklusive Home-Verzeichnis in eine eigene Partition zum Testen, falls alles läuft wird irgendwann die alte Installation aufgelöst und das Home-Verzeichnis ausgelagert. So, jetzt aber los.
Der Network Manager wird automatisch gestartet und erkennt Kabel- und Wireless-Netzwerke. Er sitzt wie gehabt rechts oben im Benachrichtigungsfeld neben Uhr und Lautstärkeregler, zeigt auch wie gehabt die Signalstärke bei WLan in Balken-Icon-Form an und lässt mich per Rechtsklick mein Netzwerk auswählen. Passwort für das Netzwerk, Passwort für den Gnome-Keyring-Manager und ich bin drin. Geändert hat sich hier nichts weiter. Mal sehen ob ich wieder auf die Alternativvariante wicd umsteige – spart dass Passworteingeben und gefällt mir irgendwie besser.
… scheint zu funktionieren und zeigt mir jetzt auch gleich mal ein grösseres Update an, insgesamt 300Mb an Daten soll geladen werden – gesagt, getan, allerdings in einem Terminal (unter Gnome geöffnet) mittels
sudo apt-get dist-upgrade weil der Updatemanager selbst nicht alle Updates installieren mag und kann worauf er mich auch brav hinweist. Funktioniert. Update läuft.
Gleichzeitig erinnere ich mich an die alten Probleme mit der Darstellung der OpenOffice-Oberfläche unter Ubuntus Gnome, sah nicht so schön aus – gleich mal testen. OpenOffice ist wie üblich im Menü zu finden – Start – kurz warten – schade, OO sieht noch genauso aus wie immer, die Fonts wirken weiterhin unter Gutsy etwas unförmig und massiv vom Gnome-Standartfont abweichend. Aber egal, hat mich noch nie so richtig gestört, arbeiten kann man damit ja trotzdem gut.
Update läuft weiter, ich stelle fest dass die Widgets im Firefox immernoch übel aussehen, grobe, klotzige Radiobuttons usw… werde mal wieder ein altes Firefox-Widget-Upgrade-Script aud den ubuntuforums.org ausgraben müssen. Schade. Links zu den Scripts werden folgen, das Verschönern der Buttons usw. hat wieder wie schon unter Feisty und Edgy gut funktioniert.
Update läuft noch. Der Import von Evolution-Daten während der Installation hat für Emailkonten funktioniert, Ordner und Mails wurden nicht importiert – ich nutze die Gelegenheit meine Ordnerstruktur mal etwas aufzubessern und ausserdem werden die Daten meiner Frau von ehemals Thunderbird jetzt auch zu Evolution umziehen, sie weiss es nur noch nicht. Evolution-Plugins sind alle dabei, SpamAssassin habe ich gleich deaktiviert, Bogofilter ist da und läuft (glaube ich zu diesem Zeitpunkt noch). Also auf zum fröhichen Spam-Training… eigentlich müsste man die alten trainierten Daten doch auch irgendwo herzaubern können, oder ? Mal sehen…
Update ist immernoch am arbeiten. Compiz Fusion läuft bei Gutsy auch (wenn von der Hardware unterstützt) automatisch, kein einziges Problem damit, scheint mir subjektiv flüssiger zu laufen als noch unter Ubuntu Feisty. Benutzt wird (auch automatisch) der freie Radeon-Treiber. Allerdings möchte ich doch gern anpassen können welche Effekte ich nutze und welche nicht. Der Compiz Fusion Settings Manager ist noch nicht automatisch dabei, wird also mit apt nachinstalliert:
sudo apt-get install compizconfig-settings-manager
Und jetzt? Der Network-Manager ist auf ein Mal weg, Firefox kann keine Verbindung mehr herstellen, apt-get funktioniert demnach auch nicht mehr – achja – Update ist fertig – also Neustart wie im SysTray empfohlen. Ich speichere das hier und starte neu..
.Fertig. Netz läuft wieder, jetzt habe ich auch per Update scheinbar mehr Übersetzungen bekommen, das Main-Menu spricht aber immernoch Denglisch mit mir. Bei Reboot meldeten sich wieder NetworkManager und Keyring-Manager und wollten beide ein Passwort von mir – nicht akzeptabel, werde wieder wicd installieren und Schluss. Ausserdem wird gleich unter System->Systemverwaltung->Anmeldefenster die automatische Anmeldung aktiviert, macht noch ein Passwort weniger.
Wicd ist jetzt installiert, beim ersten Start dauert es etwas länger bis das Icon im Systray erscheint, funktioniert aber alles tadellos. Network-Manager ist deinstalliert, automatisches Gnome-Login ist aktiviert. So soll es sein. Mittlerweile ist auch Emerald als Ergänzung zu Compiz Fusion wieder installiert, die Anpassungsmöglichkeiten bei den Themes sind hier nicht zu unterschätzen. Neu installiert habe ich einen Teil meiner Standardsoftware:
sudo apt-get install gftp geany liferea alltrayFtp-Programm, Programmier-Editor, Feedreader und alltray um Evolution auch in den SysTray verbannen zu können. Die Profile von gftp (Ordner .gftp) und liferea (Ordner .liferea) wurden vorher von der alten Home-Partition kopiert – funktioniert, bei Liferea wurde die Kopie sogar erkannt, eingespielt und empfohlen den alten Ordner wieder zu entfernen.
Ich kämpfe mit einem kopierten Firefox-Profil, hatte die alten Daten in das Gutsy-Firefox-Profil kopiert, prompt meckert Firefox er würde schon laufen (tut er nicht) und man müsse die laufende Instanz erst schliessen oder neu booten. Mittlerweile weiss ich nicht mehr genau wie der richtige Weg war aber Firefox hat schlussendllich die kopierten Profildaten angenommen (ich glaube ich habe im Ordner .mozilla die Dateien pluginreg.dat und profiles.ini gelöscht, beim Firefox-Start wurde dann zusätzlich zum vorhandenen Profilverzeichnis ein neues Profilverzeichnis angelegt ebenso wie die zwei o.g. Dateien – in der profiles.ini habe ich dann als zu benutzendes Profil den entsprechenden (alten) Ordnernamen editiert – läuft. Extensions, Themes, Cache usw… alles da).
Jetzt mach Evolution auch noch mächtig Arbeit. Es gilt erstens mehrere Evolution-Mailboxen und mehrere Thunderbird-Mailboxen aus der alten Feisty-Installation zu importieren, macht Evolution auch recht gut mit seiner Importfunktion. Danach Adressdaten bei beiden Programmen: Evolution lässt die Kontakte im alten System (alle Kontakte markieren) als ‘Liste.vcf’ exportieren und der alte Thunderbird als ‘*.ldif’-Datei – beide Dateien lassen sich problemlos in das neue Evolution importieren. Jetzt noch flugs alles organisieren, ordnen, dann fertig. Habe ich gedacht. Aber irgendwie scheint der liebgewonnene Bogofilter nicht zu arbeiten – es wird trotz aktiviertem Bogofilter-Plugin (und Spamassasin ist deaktiviert) NICHTS gefiltert, jede Spammail kommt durch. Und da bekomme ich viele davon. Also wieder suchen. Und diesmal habe ich lange suchen müssen. Grmpfl. Das Problem wurde schon öfter in Ubuntu-Foren erwähnt, eine Lösung nicht. Also habe ich erstmal den Bogofilter komplett (mit apt-get remove –purge bogofilter) deinstalliert, dann reinstalliert – gleiches Problem. In der Konfigurationsdatei gesucht (‘locate bogofilter’ half finden) – nichts, da scheint sowiso alles erst einmal auskommentiert zu sein. Dann habe ich mich nochmal an Evolution gesetzt und bin alle Einstellungen durchgegangen – und tatsächlich: Es gibt unter (Denglisch) Preferences->Email Einstellungen->Junk die Option ‘Default Junk Plugin’ – und das Feld war LEER. Es reicht also nicht, nur das Plugin Bogofilter zu aktivieren. Klick auf das Optionsfeld und man kann Bogofilter auswählen, fertig. Läuft. Und filtert. Der Tag ist gerettet.
sudo aptitude install php5-gd php5-imagick libapache2-mod-php5 libapache2-mod-auth-mysql php5-mysql phpmyadmin apache2 php5 mysql-serverinstalliert mir mein PHP/MySQL-Entwicklungssystem für WordPress/CyStats, läuft reibungslos.
Die Installation lief problemlos, Gutsy fühlt sich ‘sauber’ und schnell an, subjektiv irgendwie besser als Feisty. Schade ist das beibehalten des braunen Standardthemes – für meinen Geschmack zu dunkel, zu braun – aber das bleibt jedem gechmack selbst überlassen. Im Betrieb gabe es eigentlich keine weiteren Fehler bisher, läuft alles sauber und ohne Crashes. sehr, sehr angenehm.
Auffallend ist die noch nicht fertige Übersetzung – Oft liest man Denglisch (Gnome-Menü beispielsweise), Evolution, Evolution, Liferea und Pidgin sprechen englich und Geany wiederum Deutsch.
Nach kurzem Googlen war alles klar – bei der Installation wird aus Platzgründen nicht die gesamte Lokalisierung installiert. Nachholen kann man das unter Sytem->Systemverwaltung->Sprachuntertützung. Dort ‘German’ auswählen, Ubuntu machen lassen und die dt. Lokalisierung ist eingerichtet. Viel mehr bleibt mir nun nicht mehr zu berichten, alles weitere wird sich in den nächsten Tagen und Wochen ergeben, mein System ist jetzt benutzbar aber immernoch nicht ganz fertig eingerichtet und noch lange nicht fertig ausgetestet. In diesem Sinne – bis bald.
Kommt er jetzt auch mit statischen URLs klar? Möchte mir alle Optionen offen halten, beispielsweise für I-Net-Cafes im Urlaub…
Vielen Dank für den Tipp mit dem Bogofilter, ich hatte mir such schon einen Wolf gesucht weshalb er seine Arbeit nicht verrichtet.
Jup, muss man erstmal finden, hat hier auch etwas gedauert, bin mir auch gar nicht so sicher dass diese Option absichtlich leer sein sollte, eigentlich könnte man meinen dass mit der Aktivierung eines Spamfilters die Option automatich gesetzt werden sollte.
[...] bin ich immernoch sehr angetan. Die Grundinstallation verlief wie beschrieben ja einigermassen problemlos, jetzt ein kurzes Zwischenfazit nach einer Woche [...]
Für Office kann man über Synaptic Krystall-Theme installieren und später aktivieren. Dann sieht es wirklich prima aus. Fonts kann man versuchen über Automatix2 oder anders nachinstallieren. Themes kann man, was farbe betrifft jetzt leich verändern. Wenn du Human theme modifizieren möchtest, dann gib folgendes im terminal ein:
sudo gedit /usr/share/themes/Human/gtk-2.0/gtkrc
Da kann man mit Farben experementieren, sie ändern. Voher back up der Originaldatei anlegen falls erwünscht.
Eine möglichkeit wäre z. B. (ist für Feisty gemacht aber soll ganz sicher unter Gutsy arbeiten):
Anm:Code vom Admin gekürzt
# Ubuntu Human Colorscheme
#
# Authors:
# Richard Stellingwerff
# Daniel Borgmann
# Billy Cantrell
# Modifed at 21.01.07 by Volk ;)
# Feel free to modify and share!
...
Danke. Mit dem Theme selbst bin ich mittlerweile aber sehr zufrieden, nur Open Office sieht noch fehl am Platz aus, liegt aber nicht an nicht installierten Fonts sondern am Open Office-eigenen Fontrendering welches sich deutlich vom Standardgnomefontrendering unterscheidet. Das von dir gen. Theme konnte ich leider weder über apt-cache-search, Synaptic oder Google finden, lediglich Krystal-KDE und alles was damit zusammenhängt.
Na endlich hat mal jemand das mit dem Bogofilter herausbekommen, dachte schon ich bin zu blöd dazu.
In allen Foren wo ich gesucht habe sind alle so begeistert weil sie nur die Nachrichten noch alle Markieren und Unmarkieren mussten und fertig .. von der fehlenden Einstellung ist niergends die Rede..
Also noch mal danke .. endlich funktioniert der Spamfilter auch bei mir :-)
Im Network Manager kann man jetzt mit einem Häkchen sein Passwort speichern und muss es nicht bei jedem Anmelden eingeben.