LABYRINTHOFORM

EIN ANFANG, EIN ENDE. UND DAS DAZWISCHEN...

Auf dem Guggat Emol Blog wurde jüngst zur Blogparade mit dem schönen Thema Betriebssystem- oder Distributionsumstieg aufgerufen – einem Ruf dem ich nur zu gerne folge. Es geht also um Betriebssystemumstellung oder den Wechsel verschiedener Systemdistributionen und die Gründe dafür, in diesem Beitrag hier speziell um den Wechsel von Windows zu Linux irgendwann 2005.

Ich würde gerne wissen ob ihr bewußt diese Entscheidung getroffen habt.

So wird vom Initiator gefragt (die kurze Antwort lautet ja), gleich dazu gibt es einige mögliche Fragestellungen die ich nun einzeln abarbeiten möchte:

Habt ihr euch stark über andere Möglichkeiten informiert?

Auch kurz gesagt – nein.

Die längere Antwort wäre: Als Pseudo-Hobbyprogrammierer seit dem 13. Lebensjahr (und bis jetzt (kurz-vor-33) kein vernünftiges Programm veröffentlicht) empfand ich die Grundhaltung der Linuxcommunity und das Konzept Linux an sich schon immer interessant, erste Versuche vor vielen ,vielen Jahren mit SuSe x.y, Halloween Linux und Red Hat gingen mangels Sachverständnis meinerseits aber mächtig in die Hose. Also zurück zu Windows 98/XP. Das Interesse an Linux aber ist immer geblieben, es musste nur der richtige Zeitpunkt kommen…

Was war schlussendlich der Grund für den Umstieg?

2005 bin ich irgendwie – Zeitschrift? – auf Ubuntu Breezy aufmerksam geworden, habe es ausprobiert und war begeistert. Endlich ein halbwegs einfach zu installierendes und benutzbares Linux. Ein halbes Jahr später gab es in unserem Haushalt zum Leidwesen meiner Frau kein Windowssystem mehr.

Was war vorher schöner, besser, schneller, toller?

Nichts was mir jetzt einfallen würde, im nachhinein würde ich sagen die Zeit vor Linux war verschwendete selbige. Allerdings gezwungenermaßen, Linux war (meine persönliche Meinung) noch nicht bereit für den alltäglichen Gebrauch und musste sich einfach weiterentwickeln. An dieser Stelle ein Dank an alle Entwickler (die das hier sowiso niemals lesen werden) für das Erreichen dieses Zieles.

Was ist jetzt besser, schneller, schöner, toller?

Besser

Das tägliche Arbeiten, macht einfach mehr Spass. Die minimierte Angriffsfläche für Windowsviren und Kumpels, die freie Wahl freier und quelloffener Software, die Arbeitsgeschwindigkeit meiner zugegebenerweise etwas betagteren Familienlaptops (z.B. 1Ghz Celeron ULV), die Konfigurationsmöglichkeiten, der Mangel einer Registry – von Gconf mal abgesehen, aber selbst Gconf besteht aus Textdateien im Dateisystem des Benutzers und nicht irgendwo im Herzen des Betriebssystems. Nahezu alle Benutzerdaten und -einstellungen können durch einfaches Dateikopieren gesichert werden. Nicht zu vergessen sind die Paketsysteme – vor Linux wusste ich nicht dass ich theoretisch mit einer einzigen Zeile im Terminal meine gesamte nötige Software installieren kann :)

Ganz wichtig ist für mich auch noch die Möglichkeit sich mit Linux ein System ganz nach eigenem Geschmack und Notwendigkeit aufzubauen – vorbei sind die Zeiten eines monolithischen Betriebssystems voller nicht benötigter Software/Features. Es wird nur das installiert was auch benötigt wird. Sollte eine Distribution nun doch unnötige Software mitinstallieren so lässt sich diese im Normalfall auch sehr einfach wieder deinstallieren. Sehr schön.

Schneller

Der Bootvorgang (mit Handarbeit 13 Sekunden unter Arch Linux), alles andere kann ich nicht wirklich beurteilen. In jedem Fall lässt sich mit Gnome mit 1Ghz Celeron ULV und integrierter Intelgrafik sehr flüssig arbeiten. Von neuerem und hardwarehungrigerem Schnickschnack wie Compiz Fusion mal abgesehn.

Schöner

In jedem Fall das Aussehen des Desktops, ob jetzt Gnome (mein Favourit),KDE, Openbox, XFCE usw… – durch Themes lässt sich fast alles recht einfach nach persönlichem Geschmack verändern, das Aussehen der Fenster, Panels, Farben, Icons. Nachteil ist hier natürlich dass man sich auch irgendwann entscheiden sollte, sonst wird das Ganze zum Selbstläufer und man ist nur noch am Basteln.

Subjektiv empfinde ich Compiz auch schöner als Aero von Windows Vista wenn’s denn unbedingt etwas fürs Auge geben muss.

Toller

Die Community, Foren, Blogs, Mailing lists – die Linuxgemeinde ist einzigartig, die Benutzer sind (meist, Ausnahmen, Quertreiber oder Streitereien gibt es immer und überall) nett, freundlich und hilfsbereit. Sehr positiv auffallend ist für mich der Gemeinschaftssinn und das wenige “jeder-kämpft-für-sich-allein”, weniger Stänkereien, mehr Harmonie. Punkt.

Bereut ihr euren Umstieg?

Nein. Das große Aber kommt aber auch: Trotz aller Vorteile hat Linux auch Nachteile was nicht vergessen werden darf. Die Konfiguration bzw. Wartung und Problemlösung kann je nach Distribution durchaus aufwändig sein, etwas Verständnis der Thematik und einen Schluck Geduld sollte man da schon mitbringen. Durch die permanente Weiterentwicklung können natürlich auch jederzeit neue Fehler auftreten die behoben werden wollen, das fällt bei Rolling Release Distributionen (durchgehend aktuelle Updates aller Art ohne Releasezyklen) wie z.B. Arch Linux mehr ins Gewicht als z.B. bei Ubuntu welches zweimalig im Jahr in neuer Version erscheint.

Zweites Problem: Die Akzeptanz von Linux und/oder die Verbreitung des Betriebssystems: Durch die geringe Verbereitung von Linux werden sehr viele Programme nicht für dieses System umgesetzt – mich persönlich stört das mangels Bedarf weniger, wenn man aber auf bestimmte Programme angewiesen ist bleiben nur das Zweitsystem parallel auf der Festplatte oder eine virtuelle Maschine innerhalb Linux. Auch gibt es z.B. Webseiten die aus unerfindlichen Gründen Linuxbenutzer wg. dem falschen Betriebssystem oder falscher Flash-Version nicht einlassen – sehr schade.

Würdet ihr Anderen diesen Umstieg empfehlen?

Nur unter Vorbehalt. Man sollte sich informieren ob die benötigten Programme unter dem neuen System funktionieren bzw. geeignete Alternativen erhältlich sind, im hier genannten Fall Linux sollte man sich zumindest *etwas* mit Computern auskennen und Spass an der Sache haben – wobei der Einstig mittlerweile auch gänzlich unbedarften Einsteigern durch die grosse Community erleichtert wird.

Kommentare

[...] er hat einen tollen Artikel geschrieben. Die Möglichkeit, dass Linux System sich nach seinen Wünschen anpassen zu können, [...]

[...] http://www.cywhale.de [...]

Kommentar schreiben